Reisebericht der letzte
Buenos días,

Bei meinem Trip durch Spanien kam ich auch in Ronda vorbei. Die Wiege des Stierkampfes und die älteste Stierkampfarena kommen aus Ronda. Weiteres Wahrzeichen ist die Brücke über eine sehr tiefe Schlucht, bei dem Blick runter kann einem richtig schlecht werden. Nach ein paar Stunden war die Stadt aber auch fertig besichtigt.

In einem Dorf im Gebirge direkt neben Granada, Monachil, kann man einen schönen Nachmittag verbringen und im Naturpark wandern gehen. Ich konnte sogar ganz nah an Rehe rankommen. Ganz besonders ist dabei eine alte Hängebrücke aus dem vorletzten Jahrhundert über 60 Meter bei einem Wasserfall.
Auch Granada habe ich mal einen Morgen angeschaut, in der Stadt, in der man lebt, macht man sowas zu selten. Ein paar Impressionen in Form von Bildern schicke ich euch mit.
Meinen letzten Besuch habe ich von meinem Bruder Sven bekommen. Letztes Jahr haben wir uns wegen einem

Missverständnis leider verpasst. Zum Glück kennt er Granada schon und wir mussten nicht ein weiteres Mal auf die Alhambra, sondern konnten uns dem Strand hingeben. Meine letzten Tapastours habe ich mit meinem Bruder genossen und meine Lieblingsdisko durfte auch nicht fehlen. Die 4 Tage gingen wie immer viel zu schnell vorbei und wir hatten eine tolle Zeit.

Zu guter letzt mein Fazit von diesem Jahr in Spanien:
Ich bin sehr froh, dass ich die Erfahrung eines Auslandsjahres machen konnte. Ich habe viel fürs Leben gelernt und tolle neue Freunde kennengelernt und nun Kontakte auf der ganzen Welt.
Am Anfang war ich der Sprache kaum mächtig (Spanier können kaum Englisch) und habe niemanden in Granada gekannt. Trotzdem habe ich es hinbekommen mir eine Wohnung zu besorgen, die Unisachen zu klären und innerhalb kürzester Zeit sehr viele neue Leute kennengelernt. Dabei war mir wichtig viel von der

spanischen Kultur mitzuerleben und die Sprache zu erlernen. Es gibt Erasmusleute, die nur mit Studenten aus dem eigenen Land unterwegs waren und am Ende immer noch kein Spanisch konnten. Jetzt kann ich fließend spanisch reden und mit Sprachkurs und Sprachpartner versuche ich mein Spanisch auf dem Niveau zu halten.
Da Andalusien das typische Spanien ist, habe ich gutes Bild vom Leben hier bekommen. Ich habe Flamenco und Stierkämpfe gesehen, traditionelle Feste miterlebt (wie Silvester) und mich von der Notwendigkeit einer Siesta von 14-17 Uhr überzeugt. Spanier lassen nie Stress aufkommen und sind sehr gelassene und

friedfertige Menschen. Das kann angenehm sein, aber genauso nervig, wenn man sich auf niemanden verlassen kann und es einem vorkommt, dass man kostbare Zeit verliert. Ins Gespräch mit Spanier zu kommen ist nicht schwer, aber gute Freundschaften zu finden umso schwerer. Ich habe nur zu einer Spanierin guten Kontakt, ansonsten habe ich doch viel mehr Zeit mit Erasmusleuten verbracht, die hauptsächlich aus Italien, Frankreich, Portugal, Polen und Deutschland sind. Auch zu einigen Süd- und Mittelamerikanern haben ich tolle Freundschaften (Chile, Mexiko, Peru).
Durch das Kennenlernen einer anderen Kultur findet mehr über sich und sein Land raus. Dinge, die für einen normal sind, können in anderen Ländern unhöflich sein. zB: Ich verabrede mich in der Stadt mit einem Freund und auf dem Weg treffe ich einen anderen Kumpel. Ich habe gesagt, dass ich keine Zeit habe mit ihm zu reden, weil ich den anderen nicht warten

lassen will. Ihn warten zu lassen wäre für uns unfreundlich und mein Kumpel würde das verstehen. In Spanien ist es aber unhöflich, den Kumpel abzuweisen, zu einem Gespräch nimmt man sich immer die Zeit. Da in Spanien eh niemand punktlich ist, kann man natürlich auch niemanden warten lassen. Ich denke, dass ich durch diese Lebensweise gelassener geworden bin, Pünktlichkeit und Ordnung haben für mich aber einen genauso großen Wert, da ich sie in Spanien ziemlich vermisst habe. Für uns ist es auf Dauer schwierig so zu leben wie in Spanien, da wir doch eine ganze andere Mentalität haben.
Durch meine Reisen konnte ich einen tollen Eindruck von der Kultur und dem Leben haben. Andalusien ist eine sehenswerte Region, auch Portugal, Valencia,

Barcelona und Toledo haben mir sehr gut gefallen. Zu Spanien gehören genauso die Feste, von denen es viele gibt mit verrückten Ideen (zB Anzünden von Riesenfiguren mitten in der Innenstadt) und für Spanier ist es ein gutes Fest, wenn ganz viele Leute auf einem Fleck sind, auch wenn man sich nicht mehr bewegen kann und trotzdem keinen Kontakt zu den Menschen um einen herum hat.
Von der Uni habe ich nicht ganz so viel mitgenommen, da das Niveau doch niedriger ist als in Deutschland. Deswegen habe ich mehr Vorlesungen gehört, die mir helfen Physik schneller und besser zu verstehen (vor allem Mathe). Was

wir in Deutschland in 3 Jahren Physikstudium machen, reicht in Spanien aus um das Diplom zu bekommen (macht man aber in 5 Jahren) ohne überhaupt eine Diplomprüfung oder eine Diplomarbeit zu machen. Da auch nicht so viel Geld in Forschung gesteckt wird, hat sich die Uni mehr auf die Theorie beschränkt.
Die Landschaft in Andalusien ist nicht ganz so schön. In Granada und Umgebung gibt es kaum Grün und würde ich eher als Wüste bezeichnen.

Typisch sind die riesigen Olivenplantagen, das gebiergige Gelände und die Sandstrände. Dafür sind die wenigen Grünflächen um so schöner. In Granada kann es sehr kalt werden und ich habe noch nie in meinem Leben so gefrohren wie dieses Jahr, da die Häuser keine Isolierung und keine Heizung haben.
Abgesehen von ein paar negativen Punkten war das Jahr genial und ich bereue keine Sekunde, die ich dort gewesen war. Dass ich mit Yvonne zusammengekommen bin versüßt den Aufenthalt noch mehr. Einen

Auslandsaufenthalt kann ich jedem empfehlen, der etwas abenteuerlust ist. Ob ich später in Spanien leben werde lasse ich offen, in Deutschland fühle ich mich sehr wohl und komme mit dem Leben besser zurecht als in Spanien. Für meine Sprachkenntnisse werde ich sicherlich öfters mal nach Spanien in Urlaub gehen.
Das Leben geht in Deutschland weiter. Die nächsten 2,5 - 3 Jahre werde ich in Freiburg verbringen, um

mein Physik-Studium zu Ende zu bringen. Falls ich promoviere, sind es noch 3 Jahre mehr, die würde ich aber wohl woanders verbringen. Ende August gehts gleich mit Uni-Praktikum in Freiburg los. Da komme ich sofort auf den Boden der Tatsachen zurück und werde erstmal keine Zeit finden für Reisen und große Partys.
El fin!
Gut in Deutschland angekommen
Hallo,
ich bin wieder zurück in Deutschland. Mit meinem Flug hat alles gut geklappt bis auf eine kleine Verspätung. Von meiner Mama wurde ich ganz herzlich und mit einer Rose empfangen. Nun beginnt wieder das normal Leben, es muss ja auch wieder vorangehen. Die letzten Erlebnisse will muss ich jedoch noch loswerden:
Als letzte große Stadt Andalusiens hat mir Córdoba gefehlt. So berühmt die Alhambra für Granada ist, so berühmt ist die Mezquita von Córdoba. Die Mezquita

ist eine große Moschee mit einem Orangengarten und der Clou ist die in die Moschee gebaute Kathedrale. Man läuft durch einen großen Säulensaal mit vielen kleinen Torbögen und auf einmal ist man in der Kathedrale mit seinem Hochaltar, Jesusbildern etc. Sehr bekannt ist Córdoba durch seine schön eingerichteten Innenhöfe in normalen Wohnhäusern, oft mit Brunnen und die ganzen Wände und der ganze Boden ist voll mit Blumen. Ansonsten hat Córdoba noch einen schönen Königspalast, einige Parks und ist für 1- oder 2-Tagestrips geeignet.
Für eine Woche habe ich mir ein Auto gemietet und bin mit diesem durch Spanien gereist, um mir weitere schöne Städte anzuschauen:
Das erste Ziel war Toledo (wie Segovia in der Nähe von Madrid), ein Unesco Weltkulturerbe. Die Stadt liegt auf einem Hügel, umgeben von einem Fluss, der

eine große Schleife außenrum macht. Durch ein schönes Tor kommt man in den Innenstadtbereich und man muss weiter hochlaufen, um zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zu kommen. Beeindruckend ist die Kathedrale, das Königsschloss und wirklich die ganze Stadt an und für sich. In jeder Gasse entdeckt man neue schöne Sachen und es herrscht eine tolle Atmosphäre. Interessante Museen sind auch anzutreffen (zB El Greco) und auch die anderen Stadtteile bieten beeindruckende Gebäude. Von weiter außerhalb hatte man einen tollen Ausblick auf die ganze Stadt mit dem Fluss.
Danach fuhr ich nach Segovia, das schön in einem Mittelgebirge liegt, umringt von Bäumen und klaren

Gebirgsbächen. Die Wahrzeichen sind das riesige Aquadukt, das sich durch die Innenstadt zieht und die Wehranlage, die etwas an das Schloss von Neuschwanstein erinnert. Als Studentenstadt bietet Segovia viele schöne Gassen mit guten Bars und wie in Granada Gratistappas. Im Gegensatz zu Toledo war auch abends viel los und so bin ich mit einem dort kennengelernten Spanier durch die Bars gezogen.
Schon in der Gegend Spaniens angekommen, durfte Salamanca nicht fehlen. In Salamanca steht die älteste Uni Spaniens und ist daher neben Granada die große Studentenstadt. Mitte Juli sind jedoch alle Studenten nach Hause

gegangen und so habe ich auf der Straße nur englisch oder französisch gehört von den Touristen (komischerweise kaum deutsch, die Deutschen kommen lieber nach Andalusien oder Portugal). Tagsüber war ich von dem Flair nicht so begeistert, zu besichtigen gabs eigentlich nur Kathedralen und Kirchen, von denen ich im letzten Jahr schon zu viele gesehen habe. Am Abend bietet sich ein ganz anderes Bild: Die Straßen sind voll mit Menschen und die Gebäude erstrahlen im Glanze des Lichtes und die Stadt bietet eine tolle Atmosphäre.
Nach 3 Tagen Cityhopping habe ich mir 2 Tage Strand bei Cádiz gegönnt und mich mit anderen Austauschstudenten dort getroffen. Die Strände sind sehr schön und dort machen fast nur Spanier Urlaub, es

gibt kaum Touristen. Auf den Zeltplätzen waren viele Spanier in unserem Alter, sogar zum Campen mit Kühlschrank und Fernseher ausgestattet! Ein ganz toller Strand war in Bolonia. Es gab eine große Sanddüne, die ins Landesinnere reicht und man braucht von unten nach oben ca. 10 Minuten. Direkt am Strand sind die Ruinen eines altes Römerdorfes zu sehen.
Am letzten Tag bin ich auf die Affeninsel zu den Inselaffen gefahren. Sprich ich war in Gibraltar im südlichen Zipfel Spaniens. Gibraltar gehört zu England, Spanien erhebt jedoch weiterhin den Anspruch darauf. Deswegen kann es bei der An- und Ausreise zu erheblichen Verzögerungen kommen, ich habe aber kaum warten müssen.

Gibraltar hat den Charakter einer Kolonie, die Innenstadt ist nicht besonders schön mit eher zweckmäßigen Gebäuden. Die Attraktion ist der Naturpark auf einem riesigen Felsen. In diesem Park leben die einzigen wildlebenden Affen Europas und führen sich auf wie die Könige. Sie nutzen die fahrenden Autos als Taxis, indem sie aufs Dach springen und bei Bedarf wieder runterspringen. Außerdem gibt es eine schöne Tropfsteinhöhle zu sehen, in der sogar manchmal Konzerte stattfinden. Beeindruckend ist das ganze Höhlensystem und man kann eine große Höhle betreten, die als Bunker und Unterschlupf diente. Der teure Eintrittspreis (ca. 15 EUR) lohnt sich auf jeden Fall.
So, das war mein vorletzter Bericht, der letzte folgt bald.
Viele Grüße
Jens
Der Countdown läuft...
Buenos días,
Nach ein paar Wochen war es endlich wieder soweit, ich habe mich wieder mit Yvonne getroffen. Da wir Granada

schon kannten und uns Valencia interessierte, haben wir uns dort getroffen. Da ich mit dem Bus gefahren bin und Yvonne geflogen ist, habe ich sogar länger hin gebraucht. Sehr ärgerlich war, dass mir dort meine Digitalkamera aus dem Rucksack gestohlen wurde. Ich weiß, dass in Spanien viel gestohlen wird und habe deswegen immer aufgepasst. Nur dieses eine Mal nicht und schon ist die Kamera weg. Einem Kumpel haben sie sogar den Laptop gestohlen und einige wurden auf der Straße ausgeraubt.
Die Tage habe ich trotzdem mit Yvonne genossen und wir hatten eine schöne Zeit. Den ersten Tag haben damit verbracht die Innenstadt anzuschauen. In Valencia gibt sehr schöne alte Gebäude und tolle Plätze, sowie tolle Läden zum Einkaufen und Restaurants/Bars. Dieses Mal bin ich auch an den Strand

gegangen, das Wetter war dafür optimal. Für einen Stadtstrand ist er sehr schön, klares Wasser und genügend Platz. Direkt neben dem Strand ist das Gelände vom America's Cup, der Segel-Trophäe. Zu diesem Zeitpunkt haben leider keine Rennen stattgefunden. Das Gelände ist sehr schon angelegt und erinnert an einen Olympiapark. So konnte man sich die Segelschiffe anschauen und in einer von vielen schönen Bars Getränke zu sich nehmen.

Den 2. Tag haben wir uns den Wissenschaftspark angeschaut, die meiste Zeit davon im "Ocenaográfic". Es besteht aus mehreren Riesenaquarien, einem Vogelpark, Delfinshow und anderen Meeresbewohnern. Am faszinierendsten ist das Aquarium mit den Haien. Es geht ein Gang durch dieses Aquarium und man ist nur durch das Glas von den Haien, Rochen und anderen Tieren getrennt. Den Nachmittag haben wir wieder am Strand verbracht, davon kann man nicht genug bekommen und in Deutschland komme ich nicht an den Strand.

Der letzte Tag war durch die Abreise bestimmt, zu einer Shopping-Tour und einer großen Paella Valenciana haben wir noch Zeit gefunden, bevor es ans Verabschieden ging. Valencia gefällt mir immer noch sehr, die Mischung aus alten Gebäuden, genialer neuen Architektur und modernen Anlagen, Stadt Strand begeistert mich. Es ist eine Stadt, in der ich mir vorstellen könnte später einmal zu Leben.
Einige Tage später gings in die gleich Richtung, und zwar nach Alicante um

meinen Onkel Bernd zu besuchen. Er hat dort ein Ferienhaus und mit Freunden von ihm haben wir ein paar Tage verbracht. Das Haus ist nur einige Kilometer vom Strand entfernt, liegt an einem Hang mit Meeresblick und hat einen schönen Swimmingpool. Die Zeit haben wir nicht nur mit entspannen und gutem Essen verbracht, es wurde auch gearbeitet. Bernds Segelboot, die Perkeo, musste wieder in Schuss gebracht werden. Dazu wurde es frisch gestrichen und einige Sachen repariert. Leider hat es recht lange gedauert und nicht alles funktioniert, sodass es nicht zum Segelturn kam.
Zum gleichen Zeitpunkt war an einem Abend die Johannisnacht, welche in

Spanien groß am Strand gefeiert wird. Es ist der einzigste Tag im Jahr, an dem es erlaubt ist am Strand Lagerfeuer zu machen und zu übernachten. Alle Spanier sind an dieser Nacht am Strand und feiern zusammen bis zum Morgengrauen. Es gab ein großes Feuer, Konzerte und viele Leute haben am Strand gegrillt. Glück bringen soll zum neuen Sonnenjahr, wenn man über die 7. Welle springt und seine Teller im Meer wäscht.
Am Abend drauf hat in Alicante ein großes Fest stattgefunden, die Foguera und ist die Konkurrenz zu den Fallas in Valencia (bei denen ich ja auch war). In der

Stadt stehen große, bunte Figuren rum, die eine nach der anderen abgebrannt werden, also wie in Valencia. Das Abbrennen der Figuren konnte ich in Valencia leider nicht miterleben, dafür in Alicante. Während die Figuren brennen löscht die Feuerwehr den Rauch. Durch die Hitze kommt man richtig ins Schwitzen, bis plötzlich die Feuerwehr anfängt in die Menge zu spritzen unter großem Jubeln der Menschenmassen. Innerhalb von kürzester Zeit ist man von oben bis unten nass und es ist eine Riesenstimmung, die Leute tanzen unter dem Wasserstrahlt auf der Straße und in den Brunnen. War ein toller Spaß, nur hätte ich lieber an die Badehose denken sollen. Danach ging die Party in "Barracas" weiter, abgesperrte Plätze mit Bar und Bühne und es wurde bis zur Morgendämmerung zu guter Musik getanzt und gefeiert. Ich habe somit eine tolle Nacht verbracht.
Achso, die Uni war zu diesem Zeitpunkt schon vorbei. Ich habe eine Klausur (physikalische Mathe) Anfang Juni geschrieben und ich habe gut bestanden. Die anderen beiden Klausuren zu den Vorlesungen, die ich nicht richtig besucht habe, waren während meinem Aufenthalt in Alicante. Im Sommersemester habe ich andere Prioritäten als die Uni gesetzt. Die Scheine bringen mir in Deutschland sowieso nicht soviel. In Deutschland kommt ab Ende Juli genug Arbeit auf mich zu, sodass ich ja wohl mein ein Semester langsamer machen kann.
Hasta pronto
Jens
Im Sommer kommt man zu nichts...
Buenos días,
So schlecht wie das Wetter bis Mai war, umso besser ist es seitdem (genau das Gegenteil wie in Deutschland). Seit Wochen haben wir nur noch Sonne und 35° bis 40°. Mir gefällt die Hitze und die Sonne, manch einer beklagt sich hier schon, dass es zu warm sei. Dadurch habe ich mich auch dem spanischen Leben angepasst: Siesta von 14 Uhr bis 17 Uhr oder den ganzen Tag am Strand liegen und erst wieder auf die Straße gehen wenn die Sonne untergegangen ist (also wenn in Deutschland die Leute nach Hause gehen). So geht der Tag viel schneller rum und ich habs dann mal wieder nicht geschafft meinen Erfahrungsbericht zu schreiben. Heute werde ich aber mal die Siesta nutzen:
Mitte Mai kam der nächste Besuch, Achim und Maggi haben mich über ein langes Wochenende besucht. Mal wieder wurde die Alhambra besichtigt (ist

leider nicht neues Weltwunder geworden). Im Mai ist wirklich die schönste Zeit die Alhambra zu besichtigen, weil die ganze Anlage in ihrer Blumenpracht erstrahlt, vor allem sind überall die schönsten Rosen zu sehen. Deshalb hat mir dieses Mal die Alhambra am besten gefallen, am Rest (Nasriden Paläste) hat sich nichts geändert. Die restliche Zeit haben wir uns die Stadt Granada vorgenommen und bei tollstem Sonnenschein die Gassen erkundet und einige Bars und Restaurants besucht. Vielen Dank ihr beide für die schöne Zeit!

Dann war es soweit, ich wurde 23 Jahre alt. Nichts besonderes, aber eine Geburtstagsparty daheim durfte trotzdem nicht fehlen. Ich habe etwas zum Essen und eine große Schale Sangría vorbereitet, sowie den Sekt kaltgestellt. Es waren ca. 40 Leute da, die mit mir in den Geburtstag reingefeiert haben. Es war eine sehr schöne Feier, sogar meine älteren Mitbewohner hatten großen Spaß. Im Wohnzimmer haben wir dann Salsa getanzt, bevor es dann um 3 Uhr noch in die Disko bis 6 Uhr in der Frühe ging. Ein gelungener Abend!
Anfang Juni hat die Feria (Volksfest) Granadas eine Woche lang stattgefunden. Sie war nicht so traditionell wie in Sevilla, dafür war nachts die Hölle los mit

vielen jungen Leuten. Die Straßen waren mit vielen Lichtern geschmückt, es gab einen Attraktionenpark, viel zu Essen und ganz viele Casetas (Festzelte). Am hinteren Teil der Feria standen ganz viele "Diskozelte", dh. in diesen Zelten kam die ganze Zeit laut Musik mit Bar, Tanzfläche und sehr vielen Menschen. Drinnen wurde schon mittags angefangen mit Tanzen und ging bis 7 Uhr früh. So hat mir das besser gefallen als eine normale Disko, da man keinen Eintritt zahlen musste, jederzeit rausgehen konnte, die Getränke billiger waren, zu jeder Zeit was los war und je nach Zelt die Musik anders war. Zum Schlafen kam ich diese Woche nicht viel!

Gleichzeitig zur Feria finden sehr viele "Corridas" (Stierkämpfe) statt. Eine "Corrida" habe ich mir dann auch angesehen. Die Corrida findet in einer Stierkampfarena statt, jede größere Stadt besitzt eine, sieht in etwa wie das Colosseum in Rom aus. Anfangs treten alle Beteiligte auf: Die 3 Toreros, einige Reiter und ganz viele Helfer. Dann verschwinden alle hinter den Banden und der erste Stier kommt aufs Feld. Mit einem Tuch (ist nicht immer rot,

sondern auch mal gelb/rosas) wird der Stier so gereizt, dass er auf den Torero zurennt, aber natürlich ins Leere rennt (soweit kannte ich den Stierkampf). Nun kommt der unschöne Teil: Die Reiter sitzen auf "gepanzerten" Pferden und stechen mit Lanzen dem Stier in den Nacken, sodass er anfängt zu bluten und schwächer wird. Als nächstes werden bunte Stöcke mit Spitze und Widerhaken vom Torero in den Nacken gestochen. Der Stier wird dadurch aber immer wilder. Nach der Pflicht kommt die Kür. Ab jetzt ist der Torero nur noch allein mit dem Stier auf dem Feld. Mit dem Tuch reizt er weiterhin den Stier und versucht nun ganz nah an ihn

ranzukommen, aber immer ins Leere rennen zu lassen. zB ein Torero hatte in der einen Hand das Tuch, mit dem anderen Arm umarmte er den Stier. Dadurch bringt er die Leute zum Jubeln und jedesmal, wenn der Stier durchs Tuch rennt, schreit die ganze Arena "Olé". Es ist der Teil, in dem sich die Toreros auszeichnen können. Zum Schluss muss ein Dolch in den Rücken des Stieres, der ihn dann außer Gefecht setzt, aber noch bei Bewusstsein lässt. Nun kommt der grausamste Teil: Durch ein Spieß in den Kopf des Stieres stirbt dieser und kippt tot um, alles unter tosendem Applaus der Menschen.

Nun lässt sich der Torero feiern und die Menge winkt ihm mit weißen Taschentüchern zu. Je besser er war, um so lauter und um so mehr Taschentücher. Der Torero macht eine Runde durch die Arena und die Menschen schmeißen ihm Rosen, Kuscheltiere, Hüte etc zu Füßen. Toreros in Spanien sind wie Popstars und sie sind sehr bekannt. Es gibt auch eine Jury, die den (einseitigen) Kampf bewertet. Wenn sie ihm ein weiße

s Tuch geben, bekommt er ein Ohr vom Stier, bei 2 weißen Tüchern 2 Ohren. Einmal wurde die Jury so laut ausgebuht, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte, da sie nur ein weißes Tuch gegeben haben. Während sich der Torero feiern lässt, wird der Stier mit Pferden abstransportiert. Es treten insgesamt 3 Toreros auf, dann gibt es eine Pause und die gleichen 3 Toreros t

reten ein zweites Mal auf. Insgesamt dauert eine Corrida ca. 2,5 Stunden.
Fazit: Es war auf jeden Fall ein Erlebnis und die Stimmung in der Arena ist unglaublich. Auch der sportliche Aspekt hat mir gefallen, wie die Toreros auf verschiedene Weise versuchen, die Leute zum Jubeln zu bringen. Nur dass der Stier verletzt und getötet wird, damit kann ich mich auf keinen Fall anfreunden.
Adiós
Jens
Portugal die Zweite
Buenas,

Am Mittwoch nach 2 Tagen durchfeiern haben wir uns Porto als Stadt angeschaut. Es liegt am Meer und es geht noch ein großer Fluss durch die Stadt, der für ein schönes Ambiente sorgt. Zudem ist es hügelig, die Innenstadt liegt oben, die Altstadt unten. Die Altstadt liegt am Fluss und besteht aus vielen alten kleinen Handelshäusern. Typisch für Portugal ist, dass viele Häuser schöne Kacheln an den Außenwänden haben. Aus Porto kommt natürlich der

gute Portwein (zB Sandeman), der in Holzfäßern reift, die sich in kleinen, hübschen Booten auf dem Fluss befinden. In diesem Bereich der Stadt gibts viele schöne Bars mit tollem Ausblick, vor allem bei Nacht.
Die Innenstadt hatten wir schon während dem Umzug gesehen, sodass es nun an den Strand ging. Porto hat eine schöne (Sand-)Strand-Promenade, die auch nicht überfüllt war. Den Abend haben wir in einer Strandbar mit Caipirinha

verbracht. Den gab es in Plastikbecher, sodass man sich mit dem Getränk auf den Sandstrand setzen und den Sonnenuntergang genießen kann. Abends weggehen in Portugal ist sehr billig, vor allem Getränke kosten nicht viel. Auf dem Heimweg haben wir komischerweise einen Tischkicker mitten auf einem Platz in der Innenstadt gefunden, sodass wir gleich eine Partie spielen mussten.
Mit meinen Ex-Mitbewohnern verstehe ich mich ja super. Auch die anderen Portugiesen sind echt freundlich. Wir haben während den Tagen in Porto einige

Leute kennengelernt, mit denen wir uns super verstanden haben. Die Kommunikation war auch nicht so schwer, auch wenn nicht alle Portugiesen Spanisch reden können (Englisch kann fast jeder): Mit ein paar Leuten haben wir langsam und deutlich spanisch gesprochen, die Leute haben uns verstanden, klar und deutlich auf portugiesisch geantwortet und das haben wir wiederum verstanden. Hat zwar lange gedauert, aber wir konnten uns so unterhalten.

Glücklicherweise haben wir auf der Queima Helena getroffen. Sie ist halb deutsch, halb portugiesisch, wohnt aber schon immer in Porto. Da sie in Lissabon studiert, haben wir sie am Donnerstag im Auto nach Lissabon mitgenommen. Als Dank dafür hat sie uns eine Nacht in ihrer 3-Mädels-WG aufgenommen, die 2. Nacht durften wir noch bei einer anderen Freundin schlafen. Außerdem hat sie für uns Stadtführer gespielt und abends das Nachtleben gezeigt. Obrigado (portugiesisch für "Danke")!
Lissabon ist die größte und schönste Stadt Portugals und hat uns sehr gut

gefallen. Lissabon liegt auch an einem großen Fluss, der ein paar Kilometer weiter ins Meer mündet. Auf einer Anhöhe ragt eine Festigungsanlage über der Innenstadt, die Stadt hat viele kleine, nette Gassen und es fährt noch eine uralte Holzstraßenbahn durch die ganze Innenstadt. Es gab natürlich wieder viele eindrucksvolle Gebäude zu sehen, zB das Mosteiro, Torre de Belém, usw. Gutes portugiesisches Essen durfte natürlich nicht fehlen.

Am 2. Tag haben wir zusätzlich eine kleine Tour gemacht und sind mit dem Auto am Fluss entlang Richtung mehr gefahren und eine tolle Sicht gehabt. In Cascais konnte man sich umsonst Fahrräder mieten, was wir dann gemacht haben. Damit sind wir die Küste entlang gefahren bis nach ein paar Kilometern ein schöner Sandstrand war. Dort haben wir die Sonne und das Meer genossen, Beachball gespielt und Wellenreiter beobachtet (ich hatte davor noch nie welche gesehen).
Am Samstag hieß es Abschied nehmen von Helena und wir haben uns auf den Weg in die Algarve gemacht. Um an die Strände zu kommen, mussten wir

durch das Land fahren. Weit und breit konnte man nur wilde Natur sehen und ab und zu ganz kleine Dörfer. Die Strände sind meistens in Buchten und relativ leer. Den Nachmittag haben wir in so einer Bucht verbracht. Für die Nacht haben wir uns eine abgelegene Stelle gesucht und sind etwas durch das Gebüsch gelaufen, bis wir oben auf einem Fels mit Blick aufs Meer unser Zelt aufgeschlagen haben. Als letztes Ziel steuerten wir am Sonntag

Lagos im südwestlichen Zipfel Portugals an. Die Strände dort bestehen wieder aus vielen kleinen Buchten, die von hohen Felswänden umgeben sind. Das besondere hier ist, dass durch diese Felswände Höhlen gebohrt wurden, sodass man nun von Bucht zu Bucht gehen kann und sich "seine" Bucht aussucht. Sonntag mittags gings nach einer tollen Woche auf den Weg nach Granada.
Fazit: Wir haben zu zweit eine geniale Woche verbracht. Die Queima war der absolute Wahnsinn und es hat mich sehr gefreut, Celio und Henrique zu treffen. Porto und Lissabon sind 2 tolle Städte, die sich auf jeden Fall lohnen zu besichtigen. Hinzu kommt, dass die Portugiesen ein richtig nettes Volk sind (die Portugiesinnen sehen außerdem klasse aus) und die Strände nicht touristisch und überlaufen sind.
Até logo (portugiesisch für "Bis dann")
Jens
Mit reisen ist immer noch nicht genug
Buenos días!

In Spanien gibt es keinen Tanz in den Mai, dafür gibt es in Granada am 03.Mai das Fest der Kreuze in Gedenken an der Auffindung des Jesuskreuzes. Zu diesem Anlass werden in der ganzen Stadt hübsch geschmückte Kreuze aufgestellt und prämiert. Zusätzlich machen die jüngeren Leute eine große "Botellón", das bedeutet man trifft sich mit ganz vielen Freunden auf der Straße um gemeinsam Alkohol zu trinken und sich für die Nacht vorzubereiten. Letztes Jahr waren auf dieser Botellón anscheinend 20000 Studenten in der ganzen Stadt verteilt. Gegen dieses Massenbesäufnis

hat aber nun der Bürgermeister Einhalt gewährt und man darf nicht mehr in der Stadt auf der Straße Alkohol trinken, sondern es gibt nur noch einen bestimmten Platz, auf dem das möglich ist. Somit waren dieses Jahr "nur" ca. 3000 Studenten auf diesem einen Platz zum zusammen Trinken.

Einen Tag später hat Yvonne einen Kurzbesuch in ihrer alten Heimat Granada abgestattet und wir haben 3 schöne, aber zu kurze Tage zusammen verbracht. Eine Tapastour durfte da natürlich nicht fehlen und auch eine große WG-Party haben wir miterlebt. An einem Tag sind wir in eine sehr schöne Anlage direkt neben der Alhambra gegangen, die die meisten Leute gar nicht kennen. Neben einer großen Villa gibt es einen Park, in dem wir einen Pfau in seiner ganzen Federpracht erleben konnten (um seinen vielen Frauen zu imponieren), sowie die größten Enten, die ich jemals gesehen habe (größer als Katzen!). Die restliche Zeit haben wir ganz für uns genutzt und bald war schon wieder Abschied nehmen angesagt. Bis zum nächsten Wiedersehen dauert es jedoch nicht lange, Anfang Juni treffen wir uns schon wieder, und zwar in Valencia.
Kaum Yvonne ins Flugzeug einsteigen gesehen, hat mich Klemens mit einem

Mietauto abgeholt und wir haben uns zu zweit auf die nächste Reise gemacht. Es ging für eine Woche nach Portugal, um meine Ex-Mitbewohner zu besuchen und Portugal kennen zu lernen. An diesem Montag gings erstmal 1000 km nach Porto. Am Abend angekommen, hat uns Henrique abgeholt und uns zu sich nach Hause gebracht. Dort haben wir die erste Nacht verbracht, die nächsten 2 Nächte durften wir in der Wohnung von Celios Vater schlafen. Diese Wohnung war der Hammer, im 13. Stock im Zentrum mit tollem Blick auf die halbe Stadt.

Der Hauptgrund für unser Kommen zu dieser Woche war, dass in dieser Woche eine Riesenstudentenfeier in Porto stattgefunden hat, die Queima! Dafür bekommt die ganze Uni eine Woche frei und alle Studenten sind auf der Straße am feiern. Auf dem Festgelände der Queima stehen ca. 100 Bars, von jeder Fakultät und Studentenorganisation eine. Auch gibt es Essenstände und eine Bühne mit Konzerten. Es kamen hauptsächlich nationale Stars, es hat aber auch zB Patrice gespielt. Celio und Henrique haben uns einige Freunde vorgestellt. Ein paar Leute kannte ich sogar schon aus Granada. Auf der Queima waren alle super drauf, haben fröhlich miteinander gefeiert und gesungen bis zum Morgengrauen. Die Queima geht 9 Tage am Stück, wir beide waren aber nur 2 Abende dort (meine "Party-Portugiesen" waren natürlich jeden Abend dort).
Die Portugiesen haben sehr witzige Bräuche während ihres Studiums: Die Erstsemester ("Novetas") müssen in der Woche der Queima Sachen machen,

die ihnen die älteren Semester vorschreiben. Konkreter, die Novetas laufen in einer Gruppo von ca 30 Leuten verkleidet rum (als Hasen, Footballspieler, Cheerleader, ...) und müssen zB. die ganze Zeit im Kreis laufen, auf Knien über den Boden kriechen und andere witzige Sachen. Für die Novetas ist es sogar meist witziger als für die Leute, die sie rumkommandieren. Die Studenten im letzten Jahr laufen zur Zeit der Queima in bunten Hüten und Gehstock herum, in den Farben ihrer Fakultät. Wenn man ihnen mit dem Stock 3 Mal auf den

Hut haut, soll das Glück bringen. Das wird in diesen Tag sehr oft gemacht und sieht klasse aus. Jeder Student hat so eine Art Schulterteppich, auf dem verschiedene gesammelte Sticker aufgenäht sind und zur Abschlussfeier getragen wird. Zusätzlich trägt jeder noch eine Ledermappe mit sich, in der jeder Kommilitone unterschreibt und aus der Stoffbänder in der Fakultätsfarbe raushängen. Bei der Abschlussfeier in einem großen Stadion hebt jeder diese Mappe hoch und schwenkt sie in der Luft, sodass das Stadion in einem Meer aus tausenden von bunten Bändern versinkt. Auch gibt es für die Studenten einen fakultätsinternen Abschlussball mit Musik in dem nur Studenten reinkommen und tanzen. Dieser Ball hat für Celio und Henrique am Mittwoch stattgefunden, wir waren nicht dabei. Da kommt einem das Studieren in Deutschland langweilig und spießig vor.

Der Höhepunkt der Studentenfeier ist der Dienstag. Dann gibt es einen großen Umzug durch die Stadt. An dem nehmen alle Studenten teil und jede Fakultät hat seinen eigenen Truck, welche dann in einer Reihe den ganzen Tag durch die komplette Innenstadt fahren. Die Trucks sind hübsch geschmückt, haben riesige Musikanlagen drauf und die Leute tanzen und feiern darauf. Ähnlich wie bei der Loveparade. Und mittendrin die Novetas, die

witzige Sachen machen müssen, die Studenten mit ihren bunten Hüten und T-Shirts von ihrer Fakultät. Um Mitternacht geht der Umzug dadurch zu Ende, indem die Trucks und die Studenten auf der Straße an einer Tribüne vorbeikommen, auf der einige Offizielle der Uni sitzen und die Studenten verabschieden. Zum Abschluss wird wieder auf das Festgelände der Queima gegangen und bis 6 Uhr in der Früh weitergefeiert. Das war ein genialer Tag und das verrückteste Fest, das ich jemals gesehen habe.
Der kulturelle Teil mit Sightseeing und Strand kam die Tage drauf, aber dazu das nächste Mal mehr.
Hasta la próxima!
Jens