Es gibt auch Regen in Granada
Buenos Días,unglaublich aber wahr. Ich habe hier meinen ersten Regen mitbekommen. Ganze 3 Tage am Stück. Aber nicht so arg dass die Straßen überflutet sind, immer nur so kleinere Schauer. Eine richtige Schlechtwetterfront, die sich nun verabschiedet hat und die Sonne sorgt jetzt wieder für viele Grade.
Sind seit der letzten Mail wieder einige Sache passiert. Auf der anderen Seite hat etwas der Unialltag eingesetzt, so dass es erstmal mit Rumreisen vorbei ist.
Zu meinem Sevilla-Aufenthalt: Eines Sonntags hatte ein Freund Besuch aus Sevilla, Daniel. Mit
Daniel habe ich mich gut verstanden und schon hatte ich eine Einladung nach Sevilla. 2 Tage später stand ich dann vor seiner Tür mit Yvonne (auch wieder eine deutsche Erasmus-Studentin aus Deutschland). Daniel hat uns eine Schlafmöglichkeit angeboten und uns das Nachtleben in Sevilla nähergebracht. Tagsüber hatte er aber schon Uni, weil die in Sevilla irgendwie fleißiger sind und eine Woche vorher Unibeginn hatten. Daniel hat uns in eine Flamencobar geführt und ich konnte erstmals Flamenco bestaunen. Zu meinem Erstaunen besteht Flamenco nicht nur aus Tanz und Kastagnette. Flamenco ist sehr vielseitig und wir haben eher das "Sevillana" gesehen, eine von vielen verschiedenen Arten des Flamenco. Es besteht aus 4 Leuten, von denen einer die Gitarre spielt, einen Sänger, einer, der durch Klatschen für den Takt sorgt und die Tänzerien. Am meisten Wert wird dabei auf den Gesang und die musikalische Unterstützung gelegt. Der Tanz kommt dann manchmal gar nicht oder zum Ende des Liedes. Für mich war dann aber der Tanz das am meisten Beeindruckende. Eine rassige Spanierin (richtig lecker), die mit vollem Temperament einen sehr ausdrucksstarken Tanz aufs Parkett legt. Sehr schön finde ich auch, dass alle Akteure mit ganzem Herzen dabei sind und man bei manchen Passagen richtig Gänsehaut bekommen kann. Das spanische Publikum gehört auch dazu, weil sie mitklatschen und für die finale, tolle Stimmung sorgen. Ich bin total begeistert davon.
Tagsüber haben wir eine ganz normale Touri-Tour gemacht. Wir sind durch die ganze Innenstadt gelaufen und haben uns die wohl wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Sehr schön fand ich den Plaza de Espana, die Kathedrale und den Königspalast, die Alcázar. Am Plaza de Espana haben wir einfach nur die schöne, verträumte Atmosphäre (und es war sehr ruhig, kaum Touristen) genossen mit dem Brunnen in der Mitte des Platzes. Die Kathedrale ist die 3. größte Kathedrale der Welt nach dem Petersdom in Rom und der St. Paul's Cathedral in London. War beeindruckend und mit sehr viel Prunk, so wie hier die meisten Kathedralen sind. Eine Kathedrale eben. Diese Kathedrale hat noch einen Glockenturm, die Giralda, auf den man hochgehen kann und dann einen faszinierenden Blick auf Sevilla hat. Sehr schön war dann der Königspalast, der wie eine Oase in der Innenstadt zu sein scheint. Er hat einen großen und ruhigen Park im Inneren des Geländes, in dem man nicht so viele Touris antrifft und das Gebäude selber ist auch schön anzusehen.Das war der schöne Teil von Sevilla. Trotzdem war ich von Sevilla nicht unbedingt begeistert.
Der Grund ist, dass Sevilla ansonst nur eine große Baustelle ist. In viele Städten Spaniens wird zur Zeit eine Metro gebaut, leider auch in Granada. Dazu werden viele Straßen und Plätze ganz aufgerissen und täglich kommen und verschwinden neue Baustellen. In Sevilla finde ich es ziemlich schlimm. Da es auch kaum regnet ist die ganze Stadt voller Staub und Schmutz. Vor dem ins Bett gehen konnten wir an uns noch eine 1 Zentimeter dicke Staubschicht abkratzen. Dazu kommt der Lärm: an den Baustellen Baulärm und die anderen Straßen sind voller Autoverkehr, der umgeleitet wurde. Ich war deswegen von dem durch die Stadt Ziehen eher nur angenervt, als dass ich die Stadt genießen konnte. In Granada gibt es leider auch einige Baustellen, aber es ist nicht so schlimm wie in Sevilla und im Zentrum von Granada gibt es trotzdem kaum Verkehr und Baustellen.
Am 3. Oktober hat in Granada die Uni begonnen. Die ersten 2 Wochen kann man sich entscheiden, welche Vorlesung man hören will und weitere 3 Woche hat man die Möglichkeit die Kurse noch zu wechseln. Ich denke, dass ich jetzt meine Vorlesungen gefunden habe. Für diejenigen die es interessiert, ich besuche folgende Vorlesungen: Quantenmechanik I und II, Quantenfeldtheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie (mein Mathe-Nebenfach) und Allgemeine Relativitätstheorie (um auf Einsteins Spuren zu wandeln). Außerdem mache ich noch den von der Uni angebotenen Spanisch-Sprachkurs. Ich habe also volles Programm, das ich wohl noch abspecken werde. Aber so lange ich noch alles in meinen Zeitplan bekomme, versuch ich so viel wie möglich mitzunehmen. Über die Vorlesungen werde ich das nächste Mal mehr schreiben.Mein Spanisch wird weiterhin verbessert und ich habe schon ein paar spanische Freunde
gefunden, mit denen ich ab und zu abends weggehe. Habe ein Beweisfoto mitgeschickt. Die sind hier alle ziemlich freundlich und man kann hier die Leute ziemlich einfach ansprechen und mit denen ins Gespräch kommen.Hasta luego
Jens


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