29 Januar 2007

Schnee in Granada!!!

Buenos Días,

unglaublich aber wahr: Es schneit in Granada. Die Temperaturen dazu hatte es schon länger, jetzt kam auch noch der passende Niederschlag dazu. Richtig liegen bleibt er aber nicht, da der Boden nicht gefroren ist und tagsüber die Temperaturen über 10° klettern.

Die letzten Wochen musste ich viel für die Uni lernen, da im Moment Klausurenzeit ist. Es ist also nicht viel passiert, aber es fehlen noch ein paar Erlebnisse vom letzten Jahr, die ich jetzt nachholen werde:

Wegen Nikolaus hatten wir mal wieder langes Wochenende, sodass Yvonne und ich für 5 Tage nach Barcelona gereist sind. Die 900km haben wir im Flugzeug zurückgelegt. Der Flughafen Granada ist so klein, dass er nur 3 Gates hat und dass es für jedes ankommende Flugzeug einen Shuttlebus nach Granada gibt. Unsere Flugtickets wurden sogar noch mit Hand geschrieben.
Gewohnt haben wir die Tage in einem Loft. Das sind Wohnungen, in denen man mit anderen Leuten wie in einer WG wohnt. Unser Loft bestand aus 4 Doppelzimmern, Wohnzimmer, Küche, Bad. Und wer häts gedacht, in den anderen Zimmer haben auch Erasmus-Studenten gewohnt. Mitten in der Stadt haben wir sogar zufällig einen guten Freund aus Granada getroffen.
Den ersten Tag sind wir bei uns um die Ecke durch den Innenstadtkern gelaufen mit schönen, engen Gassen, einer Kathedrale natürlich, dem Rathaus und vielen Einkaufsläden. Fasziniert waren wir von einer riesen Menschenschlange vor einem bestimmten Restaurant, dem "Les quinze nits". Die Leute sind wirklich mittags um 2 Uhr über eine Stunde angestanden, nur um einen Sitzplatz im Restaurant zu bekommen. Dieses Restaurant haben wir Tage später abends ausprobiert (ohne Anstehen) und es war sehr gut. Feines, leckeres, katalanisches Essen zu studentenfreundlichen Preisen (das soll jetzt aber keine Werbung sein, ich bekomm dafür keine Provision).
Den folgenden Tag haben wir uns um die eigentlichen Sehenswürdigkeiten gekümmert. Den Tag gestartet haben wir im "Parc Güell". Eine schöne Anlage mit tollen Häuschen, Blick auf Barcelona und von Gaudí entworfen. Gaudí war Architekt und prägt durch seine Kunstwerke die Stadt Barcelona. Die Architektur in Barcelona hat mich total begeistert und fasziniert mich mehr als Bilder, die in irgendwelchen Museen hängen. Als nächstes wurde das Wahrzeichen Barcelonas besichtigt (es ist nicht das Fußballstadium Camp Nou mit über 100000 Sitzplätzen!): Die "Sagrada Familia". Entworfen von wem wohl... Gaudí. Bis zu seinem Tod 1926 war sie noch nicht fertig gebaut und ist sie bis heute noch nicht. Soll aber zu seinem 100. Todestag fertig werden. Es ist eine Kathedrale in Form von einem Tempel mit hohen Türmen und vielen Verzierungen. Danach ging es ins "Casa Milá", ein Haus mit runden Wänden und einem sehr schönen Dach und ins "Casa Batlló" mit schönen Balkons (alles von Gaudí).
Nach soviel Kultur wurde es am nächsten Tag gemütlicher mit einem langen Spaziergang durch Parks, am Strand und das Olympische Dorf von 1992. Am Abend sind wir durch die olympischen Stätte gelaufen, haben das Schloss Montjuice im Scheinwerferlicht bewundert und sind am "Poble Español" vorbeigekommen. Tags drauf haben wir noch weitere schöne Häuser und andere Sachen besichtigt, die uns der Reiseführer empfohlen hat. Zum Einkaufen blieb da nicht allzuviel übrig, zumal wir noch eine Ausstellung von Dalí besucht haben. Zum Abschluss ging es noch ins Picasso-Museum, da er in Barcelona seine größte Wirkungsstätte hatte. Leider waren dort mehr von seinen ersten Kunstwerken ausgestellt und kaum seine abstrakten Bilder, für die er so berühmt wurde.
Die Nächte haben wir Barcelona auch unsicher gemacht. Am ersten Abend waren wir einer Disko, die in einem alten Theater stattfindet mit Bühne, Logen, Kronleuchter. War sehr schön, außer dass sie schon um 5 Uhr zu gemacht hat (in Granada machen die Diskos erst um 7-8 Uhr zu). Den Freitag Abend haben wir in einer Cocktailbar im Retro-70er-Style verbracht. Die folgenden Abende sind wir so durch die Stadt gelaufen oder haben auf abenteuerlichen Wegen den Aufstieg zu einer mittelalterlichen Burg gemacht. Leider hatten wir keinen Stadtführer, der uns zu den angesagtesten Partys geführt hat, sodass die anderen Nächte ohne große Sause verbracht wurden.
Fazit von Barcelona: Eine tolle Stadt und 5 Tage waren dafür fast zu wenig. Im Frühling und Sommer bestimmt noch viel schöner, wenn der Strand offen hat und man abends viel länger draußen bleiben kann. Im Winter (während unseres Besuches) sind aber viele Sachen gar nicht geöffnet oder werden Restauriert. So kam es, dass alle 5 Seilbahnen, die wir benutzen wollten, geschlossen waren und die bekanntesten Diskos nicht geöffnet hatten. Was auch sehr nervig war, wenn man abends durch die Stadt läuft sind die ganzen Straßen voll mit Prostituierten, die sich einem unangenehm aufzwängen.

Sodele, das soll soweit mal reichen.
Chao
Jens