Es gibt so viele Sachen zu erleben in Spanien
Servus,

wahrscheinlich denkt ihr "schon wieder der". Bei mir ist nun ziemlich viel los und wahrscheinlich wird das so bis Ende Juli gehen. Ich habe schon meinen Rückflug gebucht: Ich fliege am 25.07 mit TUIfly und komme um 15.25 Uhr in Stuttgart an.
Das erste Semester in Spanien ist vorbei und einige Erasmus-Studenten haben

schon ihren Heimweg angetreten. Leider ist eine Person davon meine Freundin Yvonne, die in Deutschland schon wieder hart am Arbeiten ist. Der Abschied war sehr traurig und nun bleibt mir nichts anderes übrig als jeden Tag an sie zu denken und ganz arg zu vermissen. Dank dem Internet haben wir die Möglichkeit umsonst zu telefonieren und uns im PC zu sehen, aber das ist nun mal nicht das gleiche.
Schade ist auch, dass meine 2 portugiesischen Mitbewohner gehen mussten und so tolle Mitbewohner sind schwer zu finden. Dafür sind jetzt 2 ältere Personen, beide so um die Mitte 40, eingezogen mit denen man nicht unbedingt Spaß haben kann. Wilfredo ist Kubaner und Physikprofessor, Vater von 2 Kindern und wegen einem Projekt für 2 Jahre in Spanien. Jesús studiert Kunst und es scheint, dass er Menschen meidet, weil er jeden Abend daheim ist, nie ausgeht und auch nicht will, dass mehrere Leute zu Besuch habe. Mit der neuen Wohnsituation bin ich nicht so zufrieden, weil es sehr langweilig daheim ist. Bloß umziehen lohnt sich auch nicht groß, weil ich im Sommersemester kaum daheim sein werde und das Haus optimal für den Sommer ist.

Die letzten Tage zusammen mit Yvonne haben wir genutzt um etwas mehr von Spanien zu sehen. An einem Tag haben wir die Strandsaison eröffnet und sind bei entsprechenden Temperaturen ans Meer gefahren. Leider war der Wind noch frisch und das Meer war zu kalt zum Hineingehen. Es hat trotzdem Spaß gemacht in der prallen Sonne zu liegen mit Blick auf Meer und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Einige Tage Zeit haben wir uns für die spanische Hauptstadt Madrid genommen. Quartier bezogen haben wir bei Hannes,

der mich schon in Granada besucht hatte, und die Nächte haben wir auf seiner Couch verbracht. Er wohnt recht zentral und mit witzigen, lockeren Leuten zusammen, die recht spontan mehr Leute in der WG aufnehmen (es ist eine 4-Zimmer WG, es wohnen aber im Durchschnitt 6 oder 7 Leute dort).
Wie es sich für eine so große Stadt gehört, gibt es hier viele schöne Plätze, Kultur, Nachtleben, tolle Einkaufsmöglichkeiten, große Parks,... Den ersten Tag, nach einem schönen Frühstück im Café, haben wir

ohne zu hetzen die Innenstadt zu Fuß erkundet und uns einen ersten Eindruck von der Stadt gemacht. Die Königsfamilie wollten wir in ihrem Palast besuchen, doch es hat uns keiner reingelassen. In der Innenstadt haben wir weitere Sehenswürdigkeiten bewundert und etwas Zeit zum Shoppen gefunden. Das Zentrum und Herz der Stadt ist "Plaza de Sol", das auch der geographische Mittelpunkt Iberiens ist. Deshalb wurde auch damals Madrid erbaut, weil der König seine Hauptstadt genau in der Mitte vom Land haben wollte.
Tag Nummer 2 hat uns Hannes zum großen Park, dem Retiro, geführt und uns so die ruhige Seite Madrids gezeigt. Es ist schade, dass es in Granada keinen

solchen Park gibt, in den man sich zum Entspannen hinlegen kann. In der Nähe ist ein Bahnhof, dessen Wartehalle zu einen tropischen Garten umfunktioniert wurde. So ist das Warten nur halb so schlimm und wir haben uns gerne den Schildkröten zugeschaut.
Kulturell haben wir in Madrid zugeschlagen. Wir haben die beiden großen Museen Madrids besucht und eine Ausstellung von Escher gesehen. Das Museum "Reina Sofía" stellt moderne Kunst aus und man kann Picassos, Mirós, Dalís, ... bestaunen. Dort haben mir die Bilder sehr gut gefallen. Das andere Museum ist das "Prado", welches sich der mittelalterlichen Kunst widmet wie Velázquez, Goya, Rembrandt,... Naja, mit den ganzen Kirchenbildern und Portraits konnte ich nicht ganz so viel anfangen. Escher hat viele surreale Bilder gemalt und die Ausstellung hat mich sehr beeindruckt.

In einer Nacht sind wir in der Disko "Palacio Gaviria" abgegangen. Diese Disko gibt es schon seit mehr als 100 Jahre, damals gingen die reichen Bürger zum Tanzen dorthin. Drinnen ist es auch antik eingerichtet und sorgt für eine schöne Atmosphäre. In einer anderen Nacht konnten wir die Mondfinsternis gemeinsam bewundern.
Vielen Dank nochmal an Hannes, dass wir bei ihm übernachten konnten. Madrid hat mir gut gefallen, bloß zum Leben wäre es mir dort zu teuer. Da wir nicht so viele Tage in Madrid waren, konnten wir uns nicht alles anschauen. Aber als Stadt gefällt mir Barcelona besser, auch wenn es in Barcelona keinen Strand gäbe.
Chao
Jens
Snowboarden in der Sierra Nevada
Buenos días,
es wieder viel passiert in den letzten Wochen, deswegen gibts das nächste Resümee:

Wenn man schon einen Berg mit Skipisten in der Nähe hat, dann wird das von mir natürlich ausgenutzt. Mein Snowboard habe ich nach Weihnachten mitgenommen und gleich das erste mal am 02. Januar genutzt. Seitdem bin ich ca. 7 Mal zum Snowboarden in der Sierra Nevada gewesen. Das Skigebiet ist nicht riesig und hat ca. 80 km Piste. Die Preise sind aber nicht unbedingt billig mit 38 Euro für einen Tag. Dann war wegen diesen warmen Winter nicht sehr viel Schnee oben, sodass nicht alle Pisten offen waren. Trotzdem hat es sich gelohnt, auch weil man vom höchsten Punkt aus das Meer sehen kann! Braun wird man auch, weil fast

immer die Sonne tagsüber scheint. Das Skigebiet ist klein aber fein, hat alles was man braucht und der Schnee war auch in Ordnung. Zudem ist hier meistens nicht viel los und die Spaniern sind keine Frühaufsteher, sodass man morgens die ganze Piste für sich hat und den ganzen Tag nicht viel anstehen muss. Das einzige was ich vermisst habe war eine schöne urige Skihütte mit Germknödeln und Apfelstrudel. Stattdessen gab es das Essen nur in Form von Burgern in einer McDonalds-Atmosfäre.
Geschafft, das erste Semester ist vorbei und ich habe wirklich auch alle Fächer bestanden. Man muss dazu sagen, dass nun mal das Niveau einiges niedriger ist als in Deutschland (von wegen Pisa oder so). Die besten Noten hatten eigentlich immer die Deutschen! Mit 2/3 Tage lernen konnte ich hier jede Klausur schaffen! Die Noten sind bei 2 Fächern, für die ich viel gemacht habe, sehr gut gewesen; bei den Fächern, wo ich nur 3 Tage gelernt habe, waren die Noten nicht gut, aber ich habe bestanden. Das ist was für mich hier zählt.

Ich habe es nicht für wahr gehalten, aber hier kann man auch Schlittschuh Fahren. Bei einem Einkaufszentrum hat die Stadt ein großes Zelt aufgebaut mit einer Eislaufbahn. Die ist etwa nur halb so groß wie eine Eislaufbahn in Deutschland, aber den Spaß wollten sich Yvonne und ich mal gönnen. Es macht vor allem Spaß den unbeholfenen Spaniern beim Schlittschuhlaufen zuzuschauen. Ein Riesenspaß ihnen beim am Rand Festklammern und auf den Hintern Fallen zuzuschauen. Mir hat es auch gefallen, weil ich seit Jahren nicht mehr Schlittschuh gelaufen bin.
Schon eine Weile her, aber auch hier wurde Fasching (hier heißt das Carnaval)

gefeiert. Da das in Cádiz groß gefeiert wurde und halb Spanien dorthin ging, sind auch von Granada Busse nach Cádiz gefahren. Wir sind mit einer Studentenorganisation hingefahren und haben uns morgens auf die 350 km Fahrt gemacht. Mittags angekommen hatten wir den restlichen Tag Zeit die Stadt anzuschauen, um abends Carnaval zu feiern und am nächsten Tag morgens um 4 Uhr wieder in Richtung Granada zu fahren. So musste man keine Übernachtung zahlen, dafür war der ganze Sonntag mit Ausschlafen

ausgebucht. Die Stadt selber haben wir nicht groß erkundet, da es fast jeden zum Strand gezogen hat. Den gibt es leider nicht in Granada und jeder liegt doch gerne einfach so in der Sonne mit Meeresrauschen im Hintergrund.
So um 20 Uhr fing dann die Feier in der Stadt an, die sich durch die ganze Innenstadt zog. Die Verkleidung durfte natürlich auch nicht fehlen. Yvonne hat sich als Käfer verkleidet, wobei sie ihr Kostüm selbst gefertigt hatte. So kreativ bin ich längst nicht und bin als Garfield (dicke Katze) gegangen. Dazu habe ich mir einen Garfield Schlafanzug angezogen, ein paar Schnurrhaare ins Gesicht gemalt bekommen und Katzenohren aus Pappe (die habe ich selbergemacht!) aufgezogen. Da ich einen Rucksack dabei hatte, habe ich ihn am Bauch getragen und meine Verkleidung drüber angezogen. Nun sah ich meiner Meinung nach wirklich wie eine dicke

Katze aus, nur die Spanier haben das nicht ganz kapiert und mich für als Schwangere verkleidet gehalten. Die Spanier sind auch sehr kreativ und haben viele selbergemachte Kostüme und einige gute Ideen. Ich habe dort zB als Verkleidung gesehen: Taxis, Babys in dicken Windeln, Schäfer mit seinen Schafen, Kühe mit Röcke, eine Matratze uvm. Was einem hier vor allem auffällt ist, dass die Spanier in Gruppen losziehen und alle das gleiche Kostüm anhaben. Macht so einiges her.
An Programm in Cádiz gab es hauptsächlich Gesangsgruppen mit ca 10 Leuten, die witzig verkleidet waren und entweder lustige oder nachdenkliche Lieder gesungen haben. Alle selbstgeschrieben und werden nur am Carnaval gesungen.

Ansonsten waren auf den Straßen tausende von jungen, verkleideten Leuten und je später die Nacht wurde, um so voller wurde es. Anfangs hat es noch Spaß gemacht rumzulaufen, die Kostüme zu bewundern und fröhlich mit den Leuten zusammen zu trinken. Gegen später wurde es aber viel zu eng, die Stimmung durch den Alkohol angespannter und auch langweiliger, weil die Leute nur dastanden und getrunken haben. Musik gab es auch keine, so dass ich sagen muss, dass mir Karneval in Köln um einiges besser gefallen hat. Ich bin der Meinung, dass so große Feste in Deutschland schöner sind, weil die in Spanien dann eher nur große Straßenbesäufnisse sind.
Am meisten Spaß hatte ich, als auf einem Parkplatz einige Leute laute Musik aus den Autoboxen gespielt haben und die ganzen Leute wie wild dazu auf der Straße getanzt haben, gesungen haben und auf Autos rumgehüpft sind (wenn ein Auto in Spanien Dellen hat stört das niemanden, also ich würde nie freiwillig mein Auto in Spanien stehen lassen). Als um 4 Uhr morgens der Bus zurückfuhr war ich froh drum, weil ich ziemlich erschöpft und müde war. Am Carnaval hatte ich zu dieser Zeit auch nicht mehr viel Spaß wegen dem ganzen Gedränge und bin dann im Bus zur Ruhe gekommen.
Nos vemos
Jens