Fortsetzung Marokko
Holá chicos y chicas,
im letzten Bericht habe ich mehr über das Land Marokko erzählt, dieses Mal schreibe ich mehr über die Leute in Marokko.
An unserem letzten Tag sind wir schon früh los, um uns auf unseren langen Heimweg zu machen. Am Hafen von Tanger angekommen haben wir unseren Ausreisestempel bekommen und uns auf die Fähre gemacht. Nur war leider an diesem Tag ein Sturm auf

dem Meer, sodass unsere Fähre nicht fahren konnte, wir mussten bis zum nächsten Tag warten. Also haben wir uns in die Stadt begeben um Essen und Trinken für die Wartezeit zu besorgen. Die Zeit haben wir in der Stadt und am Strand verbracht und zum Schlafen haben wir uns ins Hafengebäude gelegt. Beim 2. Einchecken wurde uns gesagt, dass wir eigentlich illegal den Tag in Marokko verbracht haben (da wir ja schon "ausgereist" waren) und mussten deswegen zur Polizei. Diese hat nur unseren Stempel annuliert und so konnten wir uns normal einchecken und auf die Fähre gehen. Endlich auf europäischen Festland angekommen, sind sofort in den nächsten Zug nach Granada und dort gings erschöpft ins Bett.
Es gab auch negative Seiten von unserem Trip und das waren vor allem die Leute dort. Die Marokkaner sind schon zu einem nett, aber nur weil sie einen als laufendes Sparschwein ansehen, das geschlachtet werden muss. Hier sind viele Beispiele:
Taxifahrer (ohne Taxometer) haben immer einen teureren Preis verlangt,

weswegen wir meist den Bus genommen haben. In Ruhe einkaufen in den Medinas und sich das Leben dort anschauen ging nicht, da die nervigen Verkäufer einem die ganze Zeit zuriefen und zupfiffen, man solle doch in ihren Laden kommen. Ein "nein" überhören sie immer und hätten einem am liebsten ganz in den Laden gezerrt. Kinder werden meist zum Betteln geschickt und diese weichen erst nach einem Kilometer von der Seite. Die Touristeninformationen bieten einem nur teure Touren an, geben aber keinen Rat über die Stadt. Es gibt viele Guides, die einem zu horrenden Preisen durch die Stadt und zu den Hotels führen, Dinge erzählen, die keinen interessieren und zu falschen Orten führen, an denen sie zusätzlich Provision abstreichen können (zB "ihre" Hotels oder "Paläste", die nur Teppichläden sind). Restaurantbesitzer halten einem die Speisekarten vors Gesicht und drehen einem automatisch das teurere Menü an.

All diese Leute waren nur auf unser Geld aus und man von denen keinen vertrauen. Das ist schade, weil Marokkaner ansonsten sehr sympatisch sind (zum Beispiel die Leute im Zug, die gerne mit einem reden). Man kann also nicht unterscheiden, ob sie einem wirklich helfen wollen oder doch nur Geld von einem haben wollen. Dies hat die Reise auch anstrengend gemacht, weil man nirgends seine Ruhe hat und kaum in einen schönen Laden gehen kann ohne dass man von allen Seiten zugetextet wird. Besonders schlimm war das in Fes. Deswegen haben mir Meknes und Chefchauen am besten gefallen, da dort kaum Touristen waren und wir in Ruhe gelassen wurden.
Wem wir immer vertrauen konnten waren Polizisten. Sie haben uns immer geholfen (wenn sie französisch konnten), natürlich ohne Geld zu verlangen und

gute Tipps gegeben. Sie haben uns die teuren Taxifahrer vom Hals gehalten oder schon vorher von den Taxifahrern den richtigen Preis verlangt (auf einmal hat die Tour nicht 8 sondern 1 Euro gekostet). Das Beste war, nachdem uns ein Guide zum total falschen Ort geführt hat und wir nicht wussten wie wir zum Hotel kommen. Da hat uns die Polizei im Polizeiwagen (!!!) mitgenommen und uns bis vor die Hoteltür gefahren. So nette Polizisten sollte es auch mal in Deutschland geben.

Das Leben ist in den Medinas ist noch sehr altertümlich. Dafür sind die Neustadtbereicht schon sehr europäisch. Trotzdem leben die Marokkaner noch nach alten Bräuchen: Glaube, Frauen haben wenig Rechte, man darf keinen Alkohol trinken, ... Aus diesen Gründen gibt es kein Nachtleben (außer in den teuren Hotelbars) und um 24 Uhr ist tote Hose. Alkohol zu bekommen ist schwierig und nur in den Supermärkten im neuen Stadtteil zu bekommen. Auf unsere Flasche Wein beim Sonnenuntergang auf der Dachterasse (fast jedes Hotel hat eine super Dachterasse) wollten wir nicht verzichten!
Während dem Trip bin ich ein Fan von der marokk. Küche geworden. Überall,

wo wir gegessen haben, waren die Gericht sehr gut. Es gab vor allem Couscous und Tagines (Tongefäß mit Deckel, in dem das Essen gegart wurde). Auch die Süßigkeiten sind sehr gut (zB. Krapfen in Zucker oder Pastilles: Hähnchenstücke mit Mandeln in Blätterteig mit Zimt und Puderzucker, genial).
Fazit: Marokko ist ein sehr schönes Land mit Städten wir aus 1001 Nacht (vor allem Marrakesch) und schöner Landschaft (im Norden sah es eher wie bei uns aus; im Süden ist die Sahara, die auch faszinierend ist,

haben wir aber nicht geschafft). Marokko kam mir auf keinen Fall arm vor und ich denke es hat gute Voraussetzungen ein fortschrittliches Land zu werden. Da stehen eher die Menschen im Weg, die durch ihre Art Touristen eher fernhalten lässt und durch ihre traditionelle Lebensweise den Fortschritt nicht fördern (in der Landwirtschaft wird nur auf Selbstversorgung angebaut, aber nicht mehr, dh die Leute verdienen kaum Geld und das Land kann nicht exportieren). Zum Besuchen kann ich es schon empfehlen.
Viele Grüße
Jens
Endlich Sonne
Holá,
jetzt hat uns endlich auch mal das gute Wetter erreicht. Seit 2 Wochen scheint die Sonne ununterbrochen und die Sonne in Spanien ist auf jeden Fall stärker als in Deutschland. Sobald man in der Sonne läuft fängt man auch gleich an zu schwitzen. Da merkt man sofort, warum die Spanier immer zwischen 14 und 17 Uhr Siesta machen.
Nun zu meinem Marokko-Aufenthalt:

Zu viert (Anne, Janine, Klemens und ich) haben wir uns eines morgens mit dem Zug in Richtung Marokko begeben. Da die Bahn keine Verbindung bis nach Marokko anbietet, sind wir in Tarifa in eine Fähre umgestiegen, welche uns schließlich nach Tanger auf das afrikanische Festland gebracht hat. Zum ersten Mal in meinem Leben ein Fuß auf Afrika gesetzt, war das erste was ich gesehen habe: deutsche Erasmusstudenten aus Granada, die gerade auf der Heimreise waren.
Mit dem umgetauschten Geld (die Währung ist Dirham mit dem Kurs 1:11) haben wir uns in die Innenstadt in ein Café gesetzt und das marokkanische

Nationalgetränk Minztee bestellt, richtig lecker. Ungewohnt ist, dass marokk. Frauen nicht ins Café dürfen, dh. es sitzen nur Männer drinnen mit Blick Richtung Straße oder Fernseher. Auf der Straße laufen viele Frauen mit Kopftuch oder Burka, aber einige auch ohne Kopfbedeckung. Mit diesen ersten Eindrücken haben wir uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um mit dem Nachtzug nach Marrakesch zu kommen. Die Züge in Marokko sind sogar bequem, mit Klimaanlage und in der Nacht konnten wir auch ein wenig schlafen.

Morgens in Marrakesch angekommen haben wir uns im Zentrum der Stadt ein Hotel gesucht. Unsere Hotels haben alle so um die 6 Euro die Nacht gekostet und waren in akzeptablem Zustand. Im Zentrum befindet sich eine große Moschee und der berühmteste Platz Marrokos, der Platz der Geköpften. Dort ist immer buntes Treiben mit Schlangenbeschwörern, Musikern, Tänzern, Markt, ... Sobald es dunkel wird tauchen unzählige Essensstände mit Sitzplätzen auf, sodass man von einem riesigen Freiluftrestaurant reden kann mit ganz vielen Spezialitäten malerisch auf einer großen Theke präsentiert. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und haben uns viele Kleinigkeiten bestellt.
Von diesem Platz aus geht es auch in die Medina. Die Medina ist in Marokko der Altstadtkern, in dem sich alle Händler aufhalten und man einen Eindruck davon bekommt, wie man früher in Marokko lebte und es zum Teil auch heute

noch tut. Die Medina ist ein Gewirr aus ganz vielen engen Gassen, in denen man alles bedenklich kaufen kann, Handwerkern zuschauen kann, zu Essen und Trinken findet etc. Die Medinas waren deswegen für mich der interessanteste Teil der Reise, da man dort das tatsächliche Leben der Marokkaner sehen konnte und die Leute dort wirklich so wohnen und sich nicht nur wegen Touristen dort aufhalten und so verhalten. Es gab auch immer eine Neustadt in unseren besuchten Städten, die eher europäischen Großstädten gleichen und deswegen langweilig waren.

Tags drauf ging es nach Casablanca aus dem gleichnamigen Film, der größten Stadt Marokkos. Dort steht auch die größte Moschee Marokkos, die als eine der wenigen auch für Nicht-Muslime begehbar ist. Leider war sie gerade an diesem Tag zu und so konnten wir das imposante Gebäude nur von außen sehen. An Ricks Café (aus dem Film) sind wir auch vorbei gekommen, war aber zu teuer zum Einkehren. Ansonsten hatte diese Stadt nicht viel zu bieten und ist nicht besonders schön.
Am nächsten Morgen hat mir ein Marokkaner seine "Liebe" zu mir gestanden: Während wir in einem Café saßen, kam irgendein Marokkaner am Tisch vorbei und küsst mir auf die Schulter. Seine Liebe habe ich aber nicht erwidert und er verschwand auch wieder. Auf der Zugfahrt nach Meknes ist uns noch eine witzige Geschichte passiert. Kommt ein Marokkaner in unser Abteil und fragt

uns auf französich (ist dort neben dem arabischen Amtssprache) woher wir kommen. Wir sagen aus Deutschland und er antwortet auf deutsch: "Alles klar! Sieben Kinder und kein Vater!", steht auf und geht weg. Meknes selber hat uns sehr gut gefallen, weil dort kaum Touristen waren und die Stadt ruhiger als die anderen ist. Außerdem gibt es dort die besten Süßigkeiten an jeder Ecke.
In dieser Nacht gab es um 5 Uhr einen Aufschrei von Klemens: Janine ist weg und kommt seit einer halben Stunde nicht mehr zurück. Wir haben zusammen das ganze Hotel durchsucht, aber keine Janine gefunden. Aus dem Hotel konnte sie auch nicht gegangen sein, da die Tür verschlossen war. Nach 3 Stunden Suche und Warten haben wir einen Polizisten mit Händen und Füßen unser Anliegen klargemacht (unser Französisch ist nicht das beste). Plötzlich stand Janine wieder vor uns. Sie muss wohl schlafgewandelt sein und hat sich in einem leeren Zimmer ins Bett gelegt und die Tür hinter sich zugemacht haben. Nach diesem Schock und hundemüde (außer Janine, die war jetzt fit) ging es mit dem Zug weiter nach Fes.

Fes ist die für Marokko typischste Stadt mit einer sehr großen Medina. Dort konnte man viel Handwerk sehen (zB eine Leder-Färberei), durch tausende, kleine Gasse gehen ohne zu wissen wo man ist, schöne Sachen einkaufen, gut Essen gehen usw. Wir hatten sogar das Glück etwas von einer Hochzeit zu sehen: Mit Getöse ist eine große Menge durch die Gassen gezogen. Der Bräutigam sitzt auf einem Pferd und die Braut sitzt auf einem Throm, der von einigen Leuten auf der Schulter getragen wird, und wird von allen Leuten zur Hochzeit gegrüßt.
Unsere eigentlich letzte Station war Chefchauen, ein sehr schönes Bergdorf im

Atlasgebirge mit viel Grün außenrum. Das Besondere an dieser Stadt ist, dass fast alles himmelblau ist. Die ganzen Wände der Häuser sind blau, die Holztüren blau gestrichen, die Taxis blau lackiert, Restaurants blau dekoriert... Im Stadtzentrum steht eine tolle Riesentanne (wie auch oft in Deutschland als Wahrzeichen der Stadt), um die sich die ganzen Restaurants tümmeln.
Hasta luego
Euer Heinz