Mit reisen ist immer noch nicht genug
Buenos días!
In Spanien gibt es keinen Tanz in den Mai, dafür gibt es in Granada am 03.Mai das Fest der Kreuze in Gedenken an der Auffindung des Jesuskreuzes. Zu diesem Anlass werden in der ganzen Stadt hübsch geschmückte Kreuze aufgestellt und prämiert. Zusätzlich machen die jüngeren Leute eine große "Botellón", das bedeutet man trifft sich mit ganz vielen Freunden auf der Straße um gemeinsam Alkohol zu trinken und sich für die Nacht vorzubereiten. Letztes Jahr waren auf dieser Botellón anscheinend 20000 Studenten in der ganzen Stadt verteilt. Gegen dieses Massenbesäufnis
hat aber nun der Bürgermeister Einhalt gewährt und man darf nicht mehr in der Stadt auf der Straße Alkohol trinken, sondern es gibt nur noch einen bestimmten Platz, auf dem das möglich ist. Somit waren dieses Jahr "nur" ca. 3000 Studenten auf diesem einen Platz zum zusammen Trinken.
Einen Tag später hat Yvonne einen Kurzbesuch in ihrer alten Heimat Granada abgestattet und wir haben 3 schöne, aber zu kurze Tage zusammen verbracht. Eine Tapastour durfte da natürlich nicht fehlen und auch eine große WG-Party haben wir miterlebt. An einem Tag sind wir in eine sehr schöne Anlage direkt neben der Alhambra gegangen, die die meisten Leute gar nicht kennen. Neben einer großen Villa gibt es einen Park, in dem wir einen Pfau in seiner ganzen Federpracht erleben konnten (um seinen vielen Frauen zu imponieren), sowie die größten Enten, die ich jemals gesehen habe (größer als Katzen!). Die restliche Zeit haben wir ganz für uns genutzt und bald war schon wieder Abschied nehmen angesagt. Bis zum nächsten Wiedersehen dauert es jedoch nicht lange, Anfang Juni treffen wir uns schon wieder, und zwar in Valencia.
Kaum Yvonne ins Flugzeug einsteigen gesehen, hat mich Klemens mit einem
Mietauto abgeholt und wir haben uns zu zweit auf die nächste Reise gemacht. Es ging für eine Woche nach Portugal, um meine Ex-Mitbewohner zu besuchen und Portugal kennen zu lernen. An diesem Montag gings erstmal 1000 km nach Porto. Am Abend angekommen, hat uns Henrique abgeholt und uns zu sich nach Hause gebracht. Dort haben wir die erste Nacht verbracht, die nächsten 2 Nächte durften wir in der Wohnung von Celios Vater schlafen. Diese Wohnung war der Hammer, im 13. Stock im Zentrum mit tollem Blick auf die halbe Stadt.
Der Hauptgrund für unser Kommen zu dieser Woche war, dass in dieser Woche eine Riesenstudentenfeier in Porto stattgefunden hat, die Queima! Dafür bekommt die ganze Uni eine Woche frei und alle Studenten sind auf der Straße am feiern. Auf dem Festgelände der Queima stehen ca. 100 Bars, von jeder Fakultät und Studentenorganisation eine. Auch gibt es Essenstände und eine Bühne mit Konzerten. Es kamen hauptsächlich nationale Stars, es hat aber auch zB Patrice gespielt. Celio und Henrique haben uns einige Freunde vorgestellt. Ein paar Leute kannte ich sogar schon aus Granada. Auf der Queima waren alle super drauf, haben fröhlich miteinander gefeiert und gesungen bis zum Morgengrauen. Die Queima geht 9 Tage am Stück, wir beide waren aber nur 2 Abende dort (meine "Party-Portugiesen" waren natürlich jeden Abend dort).
Die Portugiesen haben sehr witzige Bräuche während ihres Studiums: Die Erstsemester ("Novetas") müssen in der Woche der Queima Sachen machen,
die ihnen die älteren Semester vorschreiben. Konkreter, die Novetas laufen in einer Gruppo von ca 30 Leuten verkleidet rum (als Hasen, Footballspieler, Cheerleader, ...) und müssen zB. die ganze Zeit im Kreis laufen, auf Knien über den Boden kriechen und andere witzige Sachen. Für die Novetas ist es sogar meist witziger als für die Leute, die sie rumkommandieren. Die Studenten im letzten Jahr laufen zur Zeit der Queima in bunten Hüten und Gehstock herum, in den Farben ihrer Fakultät. Wenn man ihnen mit dem Stock 3 Mal auf den
Hut haut, soll das Glück bringen. Das wird in diesen Tag sehr oft gemacht und sieht klasse aus. Jeder Student hat so eine Art Schulterteppich, auf dem verschiedene gesammelte Sticker aufgenäht sind und zur Abschlussfeier getragen wird. Zusätzlich trägt jeder noch eine Ledermappe mit sich, in der jeder Kommilitone unterschreibt und aus der Stoffbänder in der Fakultätsfarbe raushängen. Bei der Abschlussfeier in einem großen Stadion hebt jeder diese Mappe hoch und schwenkt sie in der Luft, sodass das Stadion in einem Meer aus tausenden von bunten Bändern versinkt. Auch gibt es für die Studenten einen fakultätsinternen Abschlussball mit Musik in dem nur Studenten reinkommen und tanzen. Dieser Ball hat für Celio und Henrique am Mittwoch stattgefunden, wir waren nicht dabei. Da kommt einem das Studieren in Deutschland langweilig und spießig vor.
Der Höhepunkt der Studentenfeier ist der Dienstag. Dann gibt es einen großen Umzug durch die Stadt. An dem nehmen alle Studenten teil und jede Fakultät hat seinen eigenen Truck, welche dann in einer Reihe den ganzen Tag durch die komplette Innenstadt fahren. Die Trucks sind hübsch geschmückt, haben riesige Musikanlagen drauf und die Leute tanzen und feiern darauf. Ähnlich wie bei der Loveparade. Und mittendrin die Novetas, die
witzige Sachen machen müssen, die Studenten mit ihren bunten Hüten und T-Shirts von ihrer Fakultät. Um Mitternacht geht der Umzug dadurch zu Ende, indem die Trucks und die Studenten auf der Straße an einer Tribüne vorbeikommen, auf der einige Offizielle der Uni sitzen und die Studenten verabschieden. Zum Abschluss wird wieder auf das Festgelände der Queima gegangen und bis 6 Uhr in der Früh weitergefeiert. Das war ein genialer Tag und das verrückteste Fest, das ich jemals gesehen habe.
Der kulturelle Teil mit Sightseeing und Strand kam die Tage drauf, aber dazu das nächste Mal mehr.
Hasta la próxima!
Jens
Kaum Yvonne ins Flugzeug einsteigen gesehen, hat mich Klemens mit einem
Die Portugiesen haben sehr witzige Bräuche während ihres Studiums: Die Erstsemester ("Novetas") müssen in der Woche der Queima Sachen machen,
Der kulturelle Teil mit Sightseeing und Strand kam die Tage drauf, aber dazu das nächste Mal mehr.
Hasta la próxima!
Jens


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