Der Countdown läuft...
Buenos días,
Nach ein paar Wochen war es endlich wieder soweit, ich habe mich wieder mit Yvonne getroffen. Da wir Granada

schon kannten und uns Valencia interessierte, haben wir uns dort getroffen. Da ich mit dem Bus gefahren bin und Yvonne geflogen ist, habe ich sogar länger hin gebraucht. Sehr ärgerlich war, dass mir dort meine Digitalkamera aus dem Rucksack gestohlen wurde. Ich weiß, dass in Spanien viel gestohlen wird und habe deswegen immer aufgepasst. Nur dieses eine Mal nicht und schon ist die Kamera weg. Einem Kumpel haben sie sogar den Laptop gestohlen und einige wurden auf der Straße ausgeraubt.
Die Tage habe ich trotzdem mit Yvonne genossen und wir hatten eine schöne Zeit. Den ersten Tag haben damit verbracht die Innenstadt anzuschauen. In Valencia gibt sehr schöne alte Gebäude und tolle Plätze, sowie tolle Läden zum Einkaufen und Restaurants/Bars. Dieses Mal bin ich auch an den Strand

gegangen, das Wetter war dafür optimal. Für einen Stadtstrand ist er sehr schön, klares Wasser und genügend Platz. Direkt neben dem Strand ist das Gelände vom America's Cup, der Segel-Trophäe. Zu diesem Zeitpunkt haben leider keine Rennen stattgefunden. Das Gelände ist sehr schon angelegt und erinnert an einen Olympiapark. So konnte man sich die Segelschiffe anschauen und in einer von vielen schönen Bars Getränke zu sich nehmen.

Den 2. Tag haben wir uns den Wissenschaftspark angeschaut, die meiste Zeit davon im "Ocenaográfic". Es besteht aus mehreren Riesenaquarien, einem Vogelpark, Delfinshow und anderen Meeresbewohnern. Am faszinierendsten ist das Aquarium mit den Haien. Es geht ein Gang durch dieses Aquarium und man ist nur durch das Glas von den Haien, Rochen und anderen Tieren getrennt. Den Nachmittag haben wir wieder am Strand verbracht, davon kann man nicht genug bekommen und in Deutschland komme ich nicht an den Strand.

Der letzte Tag war durch die Abreise bestimmt, zu einer Shopping-Tour und einer großen Paella Valenciana haben wir noch Zeit gefunden, bevor es ans Verabschieden ging. Valencia gefällt mir immer noch sehr, die Mischung aus alten Gebäuden, genialer neuen Architektur und modernen Anlagen, Stadt Strand begeistert mich. Es ist eine Stadt, in der ich mir vorstellen könnte später einmal zu Leben.
Einige Tage später gings in die gleich Richtung, und zwar nach Alicante um

meinen Onkel Bernd zu besuchen. Er hat dort ein Ferienhaus und mit Freunden von ihm haben wir ein paar Tage verbracht. Das Haus ist nur einige Kilometer vom Strand entfernt, liegt an einem Hang mit Meeresblick und hat einen schönen Swimmingpool. Die Zeit haben wir nicht nur mit entspannen und gutem Essen verbracht, es wurde auch gearbeitet. Bernds Segelboot, die Perkeo, musste wieder in Schuss gebracht werden. Dazu wurde es frisch gestrichen und einige Sachen repariert. Leider hat es recht lange gedauert und nicht alles funktioniert, sodass es nicht zum Segelturn kam.
Zum gleichen Zeitpunkt war an einem Abend die Johannisnacht, welche in

Spanien groß am Strand gefeiert wird. Es ist der einzigste Tag im Jahr, an dem es erlaubt ist am Strand Lagerfeuer zu machen und zu übernachten. Alle Spanier sind an dieser Nacht am Strand und feiern zusammen bis zum Morgengrauen. Es gab ein großes Feuer, Konzerte und viele Leute haben am Strand gegrillt. Glück bringen soll zum neuen Sonnenjahr, wenn man über die 7. Welle springt und seine Teller im Meer wäscht.
Am Abend drauf hat in Alicante ein großes Fest stattgefunden, die Foguera und ist die Konkurrenz zu den Fallas in Valencia (bei denen ich ja auch war). In der

Stadt stehen große, bunte Figuren rum, die eine nach der anderen abgebrannt werden, also wie in Valencia. Das Abbrennen der Figuren konnte ich in Valencia leider nicht miterleben, dafür in Alicante. Während die Figuren brennen löscht die Feuerwehr den Rauch. Durch die Hitze kommt man richtig ins Schwitzen, bis plötzlich die Feuerwehr anfängt in die Menge zu spritzen unter großem Jubeln der Menschenmassen. Innerhalb von kürzester Zeit ist man von oben bis unten nass und es ist eine Riesenstimmung, die Leute tanzen unter dem Wasserstrahlt auf der Straße und in den Brunnen. War ein toller Spaß, nur hätte ich lieber an die Badehose denken sollen. Danach ging die Party in "Barracas" weiter, abgesperrte Plätze mit Bar und Bühne und es wurde bis zur Morgendämmerung zu guter Musik getanzt und gefeiert. Ich habe somit eine tolle Nacht verbracht.
Achso, die Uni war zu diesem Zeitpunkt schon vorbei. Ich habe eine Klausur (physikalische Mathe) Anfang Juni geschrieben und ich habe gut bestanden. Die anderen beiden Klausuren zu den Vorlesungen, die ich nicht richtig besucht habe, waren während meinem Aufenthalt in Alicante. Im Sommersemester habe ich andere Prioritäten als die Uni gesetzt. Die Scheine bringen mir in Deutschland sowieso nicht soviel. In Deutschland kommt ab Ende Juli genug Arbeit auf mich zu, sodass ich ja wohl mein ein Semester langsamer machen kann.
Hasta pronto
Jens
Im Sommer kommt man zu nichts...
Buenos días,
So schlecht wie das Wetter bis Mai war, umso besser ist es seitdem (genau das Gegenteil wie in Deutschland). Seit Wochen haben wir nur noch Sonne und 35° bis 40°. Mir gefällt die Hitze und die Sonne, manch einer beklagt sich hier schon, dass es zu warm sei. Dadurch habe ich mich auch dem spanischen Leben angepasst: Siesta von 14 Uhr bis 17 Uhr oder den ganzen Tag am Strand liegen und erst wieder auf die Straße gehen wenn die Sonne untergegangen ist (also wenn in Deutschland die Leute nach Hause gehen). So geht der Tag viel schneller rum und ich habs dann mal wieder nicht geschafft meinen Erfahrungsbericht zu schreiben. Heute werde ich aber mal die Siesta nutzen:
Mitte Mai kam der nächste Besuch, Achim und Maggi haben mich über ein langes Wochenende besucht. Mal wieder wurde die Alhambra besichtigt (ist

leider nicht neues Weltwunder geworden). Im Mai ist wirklich die schönste Zeit die Alhambra zu besichtigen, weil die ganze Anlage in ihrer Blumenpracht erstrahlt, vor allem sind überall die schönsten Rosen zu sehen. Deshalb hat mir dieses Mal die Alhambra am besten gefallen, am Rest (Nasriden Paläste) hat sich nichts geändert. Die restliche Zeit haben wir uns die Stadt Granada vorgenommen und bei tollstem Sonnenschein die Gassen erkundet und einige Bars und Restaurants besucht. Vielen Dank ihr beide für die schöne Zeit!

Dann war es soweit, ich wurde 23 Jahre alt. Nichts besonderes, aber eine Geburtstagsparty daheim durfte trotzdem nicht fehlen. Ich habe etwas zum Essen und eine große Schale Sangría vorbereitet, sowie den Sekt kaltgestellt. Es waren ca. 40 Leute da, die mit mir in den Geburtstag reingefeiert haben. Es war eine sehr schöne Feier, sogar meine älteren Mitbewohner hatten großen Spaß. Im Wohnzimmer haben wir dann Salsa getanzt, bevor es dann um 3 Uhr noch in die Disko bis 6 Uhr in der Frühe ging. Ein gelungener Abend!
Anfang Juni hat die Feria (Volksfest) Granadas eine Woche lang stattgefunden. Sie war nicht so traditionell wie in Sevilla, dafür war nachts die Hölle los mit

vielen jungen Leuten. Die Straßen waren mit vielen Lichtern geschmückt, es gab einen Attraktionenpark, viel zu Essen und ganz viele Casetas (Festzelte). Am hinteren Teil der Feria standen ganz viele "Diskozelte", dh. in diesen Zelten kam die ganze Zeit laut Musik mit Bar, Tanzfläche und sehr vielen Menschen. Drinnen wurde schon mittags angefangen mit Tanzen und ging bis 7 Uhr früh. So hat mir das besser gefallen als eine normale Disko, da man keinen Eintritt zahlen musste, jederzeit rausgehen konnte, die Getränke billiger waren, zu jeder Zeit was los war und je nach Zelt die Musik anders war. Zum Schlafen kam ich diese Woche nicht viel!

Gleichzeitig zur Feria finden sehr viele "Corridas" (Stierkämpfe) statt. Eine "Corrida" habe ich mir dann auch angesehen. Die Corrida findet in einer Stierkampfarena statt, jede größere Stadt besitzt eine, sieht in etwa wie das Colosseum in Rom aus. Anfangs treten alle Beteiligte auf: Die 3 Toreros, einige Reiter und ganz viele Helfer. Dann verschwinden alle hinter den Banden und der erste Stier kommt aufs Feld. Mit einem Tuch (ist nicht immer rot,

sondern auch mal gelb/rosas) wird der Stier so gereizt, dass er auf den Torero zurennt, aber natürlich ins Leere rennt (soweit kannte ich den Stierkampf). Nun kommt der unschöne Teil: Die Reiter sitzen auf "gepanzerten" Pferden und stechen mit Lanzen dem Stier in den Nacken, sodass er anfängt zu bluten und schwächer wird. Als nächstes werden bunte Stöcke mit Spitze und Widerhaken vom Torero in den Nacken gestochen. Der Stier wird dadurch aber immer wilder. Nach der Pflicht kommt die Kür. Ab jetzt ist der Torero nur noch allein mit dem Stier auf dem Feld. Mit dem Tuch reizt er weiterhin den Stier und versucht nun ganz nah an ihn

ranzukommen, aber immer ins Leere rennen zu lassen. zB ein Torero hatte in der einen Hand das Tuch, mit dem anderen Arm umarmte er den Stier. Dadurch bringt er die Leute zum Jubeln und jedesmal, wenn der Stier durchs Tuch rennt, schreit die ganze Arena "Olé". Es ist der Teil, in dem sich die Toreros auszeichnen können. Zum Schluss muss ein Dolch in den Rücken des Stieres, der ihn dann außer Gefecht setzt, aber noch bei Bewusstsein lässt. Nun kommt der grausamste Teil: Durch ein Spieß in den Kopf des Stieres stirbt dieser und kippt tot um, alles unter tosendem Applaus der Menschen.

Nun lässt sich der Torero feiern und die Menge winkt ihm mit weißen Taschentüchern zu. Je besser er war, um so lauter und um so mehr Taschentücher. Der Torero macht eine Runde durch die Arena und die Menschen schmeißen ihm Rosen, Kuscheltiere, Hüte etc zu Füßen. Toreros in Spanien sind wie Popstars und sie sind sehr bekannt. Es gibt auch eine Jury, die den (einseitigen) Kampf bewertet. Wenn sie ihm ein weiße

s Tuch geben, bekommt er ein Ohr vom Stier, bei 2 weißen Tüchern 2 Ohren. Einmal wurde die Jury so laut ausgebuht, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte, da sie nur ein weißes Tuch gegeben haben. Während sich der Torero feiern lässt, wird der Stier mit Pferden abstransportiert. Es treten insgesamt 3 Toreros auf, dann gibt es eine Pause und die gleichen 3 Toreros t

reten ein zweites Mal auf. Insgesamt dauert eine Corrida ca. 2,5 Stunden.
Fazit: Es war auf jeden Fall ein Erlebnis und die Stimmung in der Arena ist unglaublich. Auch der sportliche Aspekt hat mir gefallen, wie die Toreros auf verschiedene Weise versuchen, die Leute zum Jubeln zu bringen. Nur dass der Stier verletzt und getötet wird, damit kann ich mich auf keinen Fall anfreunden.
Adiós
Jens